"Wie Hund und Katz!" - Oder vielleicht doch auch "Ziemlich beste Freunde"?

Die bekannte Redewendung "Wie Hund und Katz!" beschreibt die im Allgemeinen als verfeindet geltende Beziehung zwischen Hunden und Katzen, welche sich scheinbar weder verstehen noch vertragen. 

Wird die Verbindung zweier Menschen mit "Die sind wie Hund und Katz!" kommentiert, so assoziiert man hierbei Streitereien oder gar eine feindliche Gesinnung.

Aber ist dies wirklich immer so? Gibt es zwischen Hunden und Katzen tatsächlich mehr (unüber-windbare) Unterschiede als Gemeinsamkeiten? Oder können sie nicht vielleicht sogar richtige dicke Freunde werden?

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Hunde und Katzen sind beides Säugetiere, die der biologischen Ordnung der Landraubtiere (Carnivora) angehören. Durch die Domestikation (= genetischer Anpassungsprozess von der Wildform zum Haustier) sind sie an das Leben mit Menschen angepasst und gehören daher heutzutage zu den beliebtesten Begleitern und Haustieren des Menschen

Eine gute Beziehung zwischen Hunden und Katzen ist dabei aber nicht per se selbstverständlich. Denn Hunde und Katzen haben einige Unterschiede in ihrem Sozialverhalten und in ihrer Körpersprache. Aber trotz dieser "sprachlichen Unterschiede" gibt es auch eine gute Nachricht: Fremdsprachen kann man (verstehen) lernen!

Konfliktpotential zwischen Hunden und Katzen entsteht häufig durch das Ansprechen der jagdlichen Motivation bei Hunden durch fremde bzw. sich schnell bewegende Katzen. Deshalb müssen Hunde oft erst lernen, wie sie sich Katzen gegenüber verhalten sollten. Katzen mögen nämlich keine schnelle Annäherung (von Hunden), denn dies wirkt bedrohlich auf sie und löst auch Verteidigungsverhalten aus.

Über das Zusammenleben von Hunden und Katzen

Bei uns haben schon immer bunt zusammen-gewürfelt alte und junge Hunde bzw. Katzen zusammengelebt. Derzeit leben zwei ältere Hunde und drei jüngere Katzen bei uns. Die Katzen sind bei uns geboren, ihre Mutter hatte sie uns als "Einzugsgeschenk" in ihrem Bauch mitgebracht, als wir sie (nach dem Tod unserer vorherigen älteren Katze) aus einem Tierheim adoptiert haben. So wurden aus der geplanten einzigen Katze im Haushalt plötzlich gleich sechs Katzen: die Mutterkatze und ihre fünf Babys. Auf diese große und überraschende Veränderung mussten unsere Hunde sehr flexibel reagieren. Unsere Hündin bzw. "Tante" Luna zeigte beispielsweise große Nervenstärke und Geduld im Umgang mit den Katzenkindern (siehe Foto), auch wenn diese allerei "Unfug" anstellten. So übten die Katzenkinder ihr Jagdrepertoire z.B. spielerisch an Luna ein, in dem sie das Beutefangen beim Fangen von Lunas wedelnder Rute ausprobiert haben.

Die kleinen Miezen lernten aber auch von Anfang an, dass Hunde zu unserer Familie und ihrem Lebensumfeld gehören. Sie orientierten sich vor allem nach dem Unfalltod ihrer Mutter, als sie etwa ein halbes Jahr alt waren, noch intensiver an den Hunden.

Freunde werden - Freunde bleiben

Unseren Tieren haben wir stets, wenn nötig, Hilfestellung im Umgang miteinander gegeben und bei "Sprach- oder Verständigungsproblemen" unterstützend und quasi dolmetschend geholfen. Für einen passenden Umgang untereinander haben wir, vor allem bei allen Neu-Zusammenführungen, mit den Hunden und Katzen geübt. Eine entspannte Atmosphäre, geeignete Managementmaßnahmen und nachhaltiges Training haben stets eine gute Basis für eine herzliche Beziehung zwischen den unterschiedlichen Spezies gelegt. Durch den Einsatz von positiver Verstärkung konnten wir erwünschte Verhaltensweisen punktgenau bestätigen und nachhaltig ausbauen. 

Neben allen individuellen und artspezifischen Unterschieden stärken aber auch vor allem Gemeinsamkeiten die Beziehung von Lebewesen. Gemeinsame Hobbies festigen nicht nur die Freundschaft zwischen Hunden und Katzen, sondern bringen auch ganz viel Freude und Spaß miteinander!

Die Hobbies unserer Hunde und Katzen

Wir haben einige gemeinsame Hobbies gefunden, die unseren Hunden und Katzen mit ihren individuellen Vorlieben und Interessen gefallen. Wir achten hierbei natürlich auf die Einhaltung der "Nettiquette", so dass alle Tiere die gleiche Möglichkeit zur Entfaltung haben und ggf. die Individualdistanz bekommen, die sie benötigen. So kommt auch bei Leckerli-Spielen keines der Tiere zu kurz oder wird von den anderen "überrumpelt". Tatsächlich müssen wir aber kaum regulierend eingreifen, unsere Hunde und Katzen sind zu einem richtig guten Team zusammengewachsen, welches die Grenzen der anderen achtet.

 


Gemeinsames Suchen nach Leckerlies im Garten ist eine tolle Auslastungsmöglichkeit und eine der Lieblings-beschäftigungen unserer Tiere. Die Leckerlis werden immer sehr breit ausgestreut, meist suchen die Tiere immer (stressfrei) zusammen in der Gruppe, aber jeder für sich alleine. Dabei orientieren sich die Katzen häufig an den Hunden, die in solchen Spiele sehr geübt sind und auch großen Finde-Erfolg haben.

 

 

Wir üben auch kleine (Zirkus-) Tricks mit den Tieren ein: hier das "Sitz und Bleib" auf unseren Baumstamm-Podesten. 

 

Gemeinsames Spielen und das Erarbeiten von Leckerlis mit Intelligenzspielzeugen aus Holz ist ebenfalls ein großes Hobby unserer Tiere. Erst wenn jeder mit seinem Spiel fertig ist, werden die Spiele der anderen Tiere nach möglicherweise übrig gebliebenen Leckerlis "kontrolliert".

Aber alle Tiere spielen - zum Leidwesen der anderen - immer sehr gründlich, so dass eigentlich kein Bröckchen übrigbleibt.

 

 

Zusammen entspannt "abhängen" und "chillen"- auch das machen ziemlich beste Freunde!

Auch die Plüschente, das "Haustier" von Luna und Bolle, ist oft mit dabei.

Wie man sieht, suchen sich die Tiere auch immer die besten Plätze aus. :-)

 

 

 

 

 

Das Highlight (vor allem für die Katzen) sind aber die gemeinsamen Spaziergänge in der Umgebung. Die Katzen warten schon immer sehnlichst darauf, mit den Hunden zusammen Gassi zu gehen.

Denn zusammen mit Freunden kann man die Welt doch einfach am besten erkunden und entdecken!